Intern

Strom, wenn er gebraucht wird.

An der Industriestrasse 8 in Bubikon entsteht ein Batteriespeicher, der das Schweizer Stromnetz im Gleichgewicht hält. Er versorgt keinen Eigenverbrauch — er gleicht aus, im Sekundentakt.

4.5 MW
Leistung
10 MWh
Kapazität
144 m²
eingezäunte Fläche
2027
Betriebsaufnahme
Visualisierung

So wird es aussehen

Sechs Ansichten aus der Planung — vom Überflug bis auf Augenhöhe. Sie zeigen Lage, Grösse und Kubatur der Anlage im bestehenden Areal.

Visualisierung 1 von 6: Das Areal von oben — Ein Streifen von 27.20 auf 5.30 Metern am Rand der Parzelle, wo heute
Bild 1 von 6Das Areal von oben

Ein Streifen von 27.20 auf 5.30 Metern am Rand der Parzelle, wo heute eine Wiese liegt. Kein neues Land, keine neue Erschliessung.

Visualisierung 2 von 6: Der Standort im Detail — 144 Quadratmeter eingezäunte Anlagenfläche. Mit Zugang und dem Streife
Bild 2 von 6Der Standort im Detail

144 Quadratmeter eingezäunte Anlagenfläche. Mit Zugang und dem Streifen, der sich daneben nicht mehr nutzen lässt, sind es rund 400.

Visualisierung 3 von 6: Blick über das Areal — Rund fünfzehn Meter zum nächsten Gebäude — kein zufälliges Mass, sonde
Bild 3 von 6Blick über das Areal

Rund fünfzehn Meter zum nächsten Gebäude — kein zufälliges Mass, sondern Teil des Brandschutzkonzepts.

Visualisierung 4 von 6: Zaun und Zugang — Zwei Meter hoher Stabmattenzaun, rundum. Einzelne Felder lassen sich f
Bild 4 von 6Zaun und Zugang

Zwei Meter hoher Stabmattenzaun, rundum. Einzelne Felder lassen sich für die Revision ausbauen. Erschlossen über die bestehende Zufahrt.

Visualisierung 5 von 6: Von der Feldseite — Drei Container im 20-Fuss-Mass, je 6.06 auf 2.44 Meter, dazu die Mitte
Bild 5 von 6Von der Feldseite

Drei Container im 20-Fuss-Mass, je 6.06 auf 2.44 Meter, dazu die Mittelspannungsschaltanlage. Oberkante rund 3.3 Meter über Terrain.

Visualisierung 6 von 6: Auf Augenhöhe — Links die Mittelspannungsschaltanlage und der PCS-Container mit Wechse
Bild 6 von 6Auf Augenhöhe

Links die Mittelspannungsschaltanlage und der PCS-Container mit Wechselrichtern und Transformator, rechts die beiden Batteriecontainer.

Wischen oder eine Zahl antippen

Visualisierung vom April 2026, erstellt für das Bewilligungsverfahren. Sie bildet Anordnung und Grösse ab; Farbgebung und Beschriftung der gelieferten Komponenten können im Detail abweichen.

Die Pläne aus dem Baugesuch

Wer es genau wissen will, schaut in die Pläne. Beide stammen aus dem Baugesuch vom 26. Mai 2026. Angaben zu den beteiligten Unternehmen sind unkenntlich gemacht; am Gezeigten ändert das nichts.

Die Anlage

Drei Container, ein Zaun,
kein Kamin

Auf einem bestehenden Industrieareal, ohne neuen Landverbrauch. Die eingezäunte Fläche misst 27.20 auf 5.30 Meter — etwa die Grundfläche eines Einfamilienhauses, in die Länge gezogen.

Zwei der Container enthalten die Batterien. Der dritte, der PCS-Container, enthält die beiden Wechselrichter und den Transformator — sie stehen nicht auf den Batterien, sondern daneben. Am Ende der Reihe steht die Mittelspannungsschaltanlage, über die die Anlage ans Verteilnetz der EKZ geht.

Schema: Batteriecontainer, Wechselrichter, Transformator, Netz der EKZ

Rein netzdienlich

Die Anlage ist an keinen Verbraucher angeschlossen und an keine Photovoltaikanlage gekoppelt. Sie stellt dem Netz Regelleistung zur Verfügung — mehr nicht. Weil sie keinen Endverbrauch hat, ist sie nach Artikel 14a des Stromversorgungsgesetzes vom Netznutzungsentgelt befreit.

Unbemannt

Kein Personal vor Ort, keine Öffnungszeiten, kein Publikumsverkehr. Der Betrieb läuft fernüberwacht; angefahren wird die Anlage für den Unterhalt. Die Container sind nicht begehbar.

Vollständig rückbaubar

Die Nutzungsvereinbarung läuft über zwanzig Jahre. Danach werden Container, Fundamente und Leitungen auf Kosten der Gesellschaft entfernt und das Grundstück wiederhergestellt.

Technik im Detail

Was genau dort steht

Die Angaben stammen aus dem Werkvertrag, dem Brandschutzkonzept und den Unterlagen des Bewilligungsverfahrens — nicht aus Schätzungen.

MerkmalWert
Leistung4.5 MW beim Laden wie beim Entladen
Kapazitätrund 10 MWh, aufgeteilt auf 2 × 5'015 kWh — Volllastdauer rund 2.2 Stunden
ZellchemieLithium-Eisenphosphat (LFP), System Gotion ESD1331-05P5015
Umrichterzwei Wechselrichter im PCS-Container, dem dritten Container
Transformation1 × 4.5 MVA auf 16.5 kV, dazu 1 × 200 kVA für den Eigenbedarf
MittelspannungMittelspannungsschaltanlage in einem eigenen kleinen Bau neben den Containern
NetzanschlussEKZ, über zwei 20-kV-Kabelleitungen zu den Trafostationen Wändhüslen und Tafleten
ZertifizierungUL 9540 (System), UL 9540A (Ausbreitungsverhalten), IEC 62619 (Zellen)
Bauweisefreistehende Container im Freien, umzäunt, nicht begehbar — kein Gebäude
Betriebunbemannt, fernüberwacht; Unterhalt durch Fachfirmen

Masse und Abstände

Keine dieser Zahlen ist gerundet oder geschätzt — alle stammen aus den Plänen 001 und 002 des Baugesuchs vom 26. Mai 2026.

MassWert
Eingezäunte Fläche27.20 × 5.30 m = 144 m²
Container3 Stück, je 6.06 × 2.44 m (20-Fuss-Mass); Schaltanlage 1.50 m breit
Höhe über TerrainOberkante Container 3.28 bis 3.38 m — das Gelände fällt leicht ab
Zaun2.00 m, Stabmatten; einzelne Felder für die Revision demontierbar
SockelContainer mindestens 28 cm über gewachsenem Terrain, als Hochwasserschutz
Zur Parzellengrenze4.12 m auf der einen, 4.09 m auf der anderen Längsseite
Zum Wändhüslenbach5.50 m; verlangt sind 5.00 m
Zum nächsten Gebäuderund 15 m
Zugang4.02 m breite Öffnung zwischen Batterie- und PCS-Container
Beanspruchte Fläche totalrund 400 m², inklusive Zugang und nicht mehr nutzbarem Streifen
2.2 h

Volllastdauer

So lange kann die Anlage die volle Leistung halten, bis der Speicher leer ist. Für Regelleistung ist das reichlich: Ein Abruf dauert selten länger als Minuten.

16.5 kV

Spannungsebene

Der Transformator hebt die Niederspannung der Batterien auf die Mittelspannung des Verteilnetzes. Der Anschlusspunkt liegt in unmittelbarer Nähe — es braucht keine neue Erschliessung.

0

Bewegte Teile

Keine Turbine, kein Generator, keine Verbrennung. Was sich bewegt, sind die Lüfter der Kühlung. Deshalb gibt es weder Abgase noch Erschütterungen.

Warum Speicher

Sonnenstrom fällt mittags an.
Gebraucht wird er abends.

Je mehr Photovoltaik gebaut wird, desto grösser wird dieser Versatz. Speicher sind deshalb kein Zusatz zur Energiewende, sondern ihre Voraussetzung.

Tagesverlauf: Erzeugung aus Photovoltaik gegenüber Verbrauch

Der Ausbau der Photovoltaik verschiebt das Problem der Stromversorgung von der Menge zur Gleichzeitigkeit. Nicht die Jahressumme fehlt, sondern die Übereinstimmung von Erzeugung und Verbrauch im Tagesverlauf. Ein Speicher löst diesen Versatz nicht auf — aber er nimmt die Spitzen an beiden Enden weg und hält das Netz in den Sekunden dazwischen stabil.

Regelleistung

Das Netz läuft auf 50 Hertz

Wird mehr verbraucht als erzeugt, sinkt die Frequenz. Weicht sie zu stark ab, schalten sich Kraftwerke und Verbraucher zum Selbstschutz ab. Der Speicher gleicht solche Schwankungen aus, bevor es so weit kommt.

Netzfrequenz und Leistung des Speichers im Verlauf

Warum eine Batterie und nicht ein Kraftwerk

Ein Wasserkraftwerk braucht zum Hochfahren Minuten, ein thermisches Kraftwerk länger. Eine Batterie ändert ihre Leistung in Millisekunden und kann dabei von voller Aufnahme auf volle Abgabe wechseln. Für die schnelle Regelung ist sie deshalb das technisch geeignetere Mittel — und sie verbraucht dabei keinen Brennstoff.

Warum die Anlage in einen Pool geht

Swissgrid verlangt für Sekundärregelleistung ein Mindestgebot von ±5 MW. Mit 4.5 MW kann die Anlage nicht allein an der Ausschreibung teilnehmen. Sie wird deshalb über den Pool eines Vermarkters gebündelt — der Normalfall im Markt: Viele mittelgrosse Speicher ergeben zusammen ein virtuelles Kraftwerk.

Sicherheit

Sehr sicher gebaut.
Garantieren lässt sich nichts.

Für die Anlage liegt ein Brandschutzkonzept vor, verfasst und unterzeichnet von einem eidgenössisch diplomierten Brandschutzexperten VKF. Es stützt sich auf die VKF-Brandschutzvorschriften, das VKF-Merkblatt zu stationären Lithium-Ionen-Speichern und die Herstellerunterlagen.

Der Grundgedanke ist einfach: Sicherheit hängt nicht an einer einzigen Massnahme, die halten muss, sondern an mehreren Stufen, die nacheinander greifen. Fällt eine aus, steht die nächste bereit. Ein Ereignis soll gar nicht erst entstehen — und wenn doch, dort bleiben, wo es entstanden ist.

1 · Die Zellchemie

Lithium-Eisenphosphat ist thermisch deutlich stabiler als die in Mobiltelefonen und Elektroautos verbreiteten Chemien. Der Punkt, an dem eine Zelle ausser Kontrolle gerät, liegt bei erheblich höherer Temperatur, und die freiwerdende Energie ist geringer.

2 · Die Überwachung

Ein Batteriemanagementsystem misst Spannung und Temperatur bis auf die einzelne Zelle hinunter. Auffälligkeiten führen zur Abschaltung, bevor daraus ein Ereignis wird — das ist die Stufe, die in der Praxis am häufigsten greift.

3 · Die Erkennung

Dreistufig: Temperatursensoren, eine Gasdetektion, die Zersetzungsprodukte einer überhitzten Zelle bemerkt, bevor etwas brennt, sowie Brandgas- und Hitzedetektion.

4 · Die Löschtechnik

Kühlung auf Ebene der Batteriepacks, ein Aerosol-Löschsystem mit Powdered Aerosol A SFE — ungiftig, klimaneutral, auf der Halon-Alternativenliste der US-Umweltbehörde EPA —, dazu Ventilation und Druckentlastung.

5 · Die Bauweise

Freistehend im Freien statt in einer Halle, umzäunt, nicht begehbar, rund fünfzehn Meter zum nächsten Gebäude. Wärme und Rauch können ins Freie abziehen, statt sich in einem Raum zu sammeln.

6 · Die Feuerwehr

Sie interveniert von aussen und erhält objektspezifische Einsatzinformationen. Dass die Container nicht begehbar sind, ist dabei kein Mangel, sondern Absicht: Niemand soll im Ereignisfall hinein müssen.

Was wir nicht behaupten

Lithium-Ionen-Zellen enthalten brennbare Stoffe. Daran ändert keine Norm und kein Konzept etwas. Die beschriebenen Stufen machen ein Ereignis sehr unwahrscheinlich und begrenzen seine Folgen — ausschliessen können sie es nicht. Ein Restrisiko bleibt, so wie es bei jeder Tankstelle, jeder Trafostation und jeder Heizung im Keller bleibt.

Wir sagen das ausdrücklich, weil das Gegenteil — die Behauptung absoluter Sicherheit — beim ersten kritischen Rückfragen zusammenfällt und dann auch alles Übrige unglaubwürdig macht. Wer wissen will, wie die Schutzstufen im Einzelnen aufgebaut sind, findet die Angaben im Faktenblatt.

Umfeld

Lärm, Gewässer, Verkehr

Lärm

Geräusche entstehen durch die Kühlung und die Wechselrichter. Massgebend sind zwei Nachbarschaften: die Wandhüslenstrasse 5 mit Empfindlichkeitsstufe III (höchstens 50 dB(A) nachts, 60 dB(A) tagsüber) und die Industriestrasse 12 mit Empfindlichkeitsstufe IV (55 beziehungsweise 65 dB(A)). Die Einhaltung dieser Werte ist Bewilligungsvoraussetzung.

Gewässer

Der Wändhüslenbach verläuft rund fünfeinhalb Meter neben der Anlage; verlangt sind fünf Meter. Der Rückhalt von Löschwasser wird in der Ausführungsplanung mit den Behörden festgelegt — es ist die Frage, die in einem öffentlichen Verfahren zu Recht gestellt wird.

Verkehr

Während des Baus einige Wochen Baustellenverkehr, darunter die Anlieferung der Container mit Schwertransport. Im Betrieb praktisch keiner. Erschlossen wird die Anlage über die bestehende Zufahrt des Areals.

Elektromagnetische Felder

Wie bei jeder Trafostation und jeder Hausinstallation. Massgebend ist die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung; die Anlage ist so auszuführen, dass die Anlagegrenzwerte eingehalten sind.

Häufige Fragen

Was Leute wissen wollen

Was macht diese Anlage eigentlich?

Das Stromnetz muss in jedem Augenblick genau so viel Strom enthalten, wie im selben Augenblick verbraucht wird. Speichern lässt es selbst nichts. Stimmt die Bilanz nicht, weicht die Netzfrequenz von ihren 50 Hertz ab — bei Überschuss steigt sie, bei Mangel sinkt sie. Der Speicher misst diese Abweichung und wirkt ihr entgegen: Er nimmt Leistung auf, wenn zu viel im Netz ist, und gibt sie ab, wenn zu wenig da ist. Beides innert Sekunden und ohne dass ein Mensch eingreift.

Speichert die Anlage Strom für Bubikon?

Nein. Die Anlage ist an keinen Verbraucher angeschlossen und versorgt weder ein Gebäude noch die Gemeinde direkt. Sie hängt am Verteilnetz der EKZ und arbeitet für die Stabilität des gesamten Schweizer Netzes. Wer eine tiefere Stromrechnung erwartet, wird enttäuscht — das ist nicht der Zweck dieser Anlage.

Kann eine solche Batterie brennen oder explodieren?

Ausschliessen lässt sich das nicht, und wer etwas anderes behauptet, ist unseriös. Lithium-Ionen-Zellen enthalten brennbare Stoffe. Deshalb ist die Anlage so gebaut, dass ein Ereignis sehr unwahrscheinlich bleibt und, falls es doch eintritt, dort begrenzt wird, wo es entsteht: Zellchemie mit hoher thermischer Stabilität, Überwachung jeder einzelnen Zelle, dreistufige Branderkennung, Löschtechnik im Container, Druckentlastung, freie Aufstellung im Aussenraum und rund fünfzehn Meter Abstand zum nächsten Gebäude.

Ist die Anlage laut?

Geräusche entstehen durch die Kühlung der Container und durch die Wechselrichter; bewegte Teile im eigentlichen Sinn gibt es nicht. Massgebend sind die Grenzwerte bei den nächstgelegenen lärmempfindlichen Nutzungen: an der Wandhüslenstrasse 5 gilt Empfindlichkeitsstufe III mit höchstens 50 dB(A) nachts, an der Industriestrasse 12 Empfindlichkeitsstufe IV mit höchstens 55 dB(A) nachts. Diese Werte sind einzuhalten — das ist Bewilligungsvoraussetzung und keine Absichtserklärung.

Wie viel Verkehr bringt die Anlage?

Während des Baus einige Wochen Baustellenverkehr, darunter die Anlieferung der Container mit Schwertransport. Im Betrieb praktisch keiner: Die Anlage ist unbemannt, wird fernüberwacht und nur für den Unterhalt angefahren.

Was passiert am Ende der Lebensdauer?

Die Nutzungsvereinbarung läuft über zwanzig Jahre. Die Gesellschaft ist vertraglich verpflichtet, die Anlage samt Fundamenten und Leitungen auf eigene Kosten vollständig zurückzubauen und das Grundstück wiederherzustellen. Die Zellen gelten als Sonderabfall und gehen in die Verwertung; Lithium-Eisenphosphat enthält weder Kobalt noch Nickel.

Alle fünfzehn Fragen und Antworten stehen im FAQ als PDF.

Stand des Projekts

Wo wir stehen

WannWas
Juni 2026Baugesuch eingereicht
Dezember 2026Plangenehmigung des Eidgenössischen Starkstrominspektorats erwartet
Januar 2027Baustart nach Rechtskraft der Plangenehmigung
Mai 2027Anlieferung der Komponenten
Juli 2027Endabnahme und Betriebsaufnahme

Die Termine hängen am Bewilligungsverfahren. Bei Einsprachen verschiebt sich die Betriebsaufnahme entsprechend.

Für Gewerbe und Industrie

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Dieses Projekt zeigt, wie ein Speicherprojekt in der Praxis abläuft — von der Standortwahl über das Bewilligungsverfahren und den Netzanschluss bis zur Vermarktung der Regelleistung. Gebaut und technisch umgesetzt wird es von der Hustech Installations AG in Bubikon.

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